Es ist doch noch gar nicht so lange her, dass wir uns Gedanken darüber gemacht haben, in welche Schule wir unsere Kinder schicken werden. Schließlich entschieden wir uns für das Kollegium Kalksburg. Das war im Jahr 2008. Ich kann mich noch genau erinnern, als wir die Kleidung für den ersten Schultag eingekauft haben – und schließlich der große Tag: Bei strahlendem Sonnenschein stehen wir vor der Volksschule. Unser älterer Sohn mit einer riesigen Schultüte, neugierig und zugleich etwas angespannt vor dem neuen Lebensabschnitt. Die entzückende Lehrerin nimmt uns alle Sorgen und begrüßt die Kinder der 1. Klasse. Wir sind glücklich – bis auf unseren zweitgeborenen Sohn, der wäre nämlich auch schon gerne mitgegangen …

Noch im ersten Schuljahr kommt die Ernüchterung: Die Klassenlehrerin wird schwanger, und vorerst übernimmt Frau Direktor Holfeld den Unterricht. In der 3. Klasse dann eine neue Lehrerin. Mein Mutterherz leidet: Schon so viel Unruhe in der ersten Zeit! Ich frage mich, ob wir bei der Schulauswahl die richtige Entscheidung getroffen haben, doch mein Sohn nimmt es gelassen, er fühlt sich wohl.

Manchmal gibt es Schwierigkeiten.

Inzwischen ist mein jüngerer Sohn auch schulpflichtig und kommt in die 1. Klasse. Die junge Lehrerin ist schon schwanger, als sie die Klasse im September übernimmt … Nein, nicht schon wieder!!! Die Lehrerin fehlt oft; Unruhe und Chaos herrschen in der Klasse. Viele Eltern nehmen ihre Kinder noch vor Allerheiligen aus der Schule. Wir bleiben – und werden mit einer der besten Volksschullehrerinnen, die man sich nur wünschen kann, belohnt.

Dürschmied Sohn trägt vor bei ERASMUS

Schulbeginn, Advent-Event, Weihnachtsfeier, Lesenacht, Erstkommunion, Projekttage, Schullandwoche … Die Zeit verfliegt, und wir machen uns Gedanken über den weiteren Bildungsweg unserer Söhne. Doch Maximilian versteht uns nicht: „Wieso? Das ist doch meine Schule!“ Durch die gemeinsame Nutzung des Speisesaals, des Turnsaals und der Sportanlagen wirkten die Volksschule und das Gymnasium auf die Schüler wie eine Einheit. Somit war klar, dass unsere Söhne auch hier ins Gymnasium weitergehen werden.

Oft geht es einfach.

Der Umstieg war einfach: Die Kinder kannten die Räumlichkeiten, den Hausbrauch und zum Teil auch schon die Lehrer und Präfekten. Sie konnten sogar denselben Eingang benutzen – wieder war alles einfacher als erwartet.

Elternabende folgten. Detailliert kann ich mich noch an das „Lernen lernen“-Seminar von Präfekt Roth erinnern. Obwohl: jonglieren kann ich bis heute nicht.

Dürschmied Sohn spielt Klavier

Bald kamen die ersten Kennenlerntage, Projekttage, Schulveranstaltungen; Kuchen backen für das Schulfest, Fotos vor der Immaculata, Sommerferien, Segelwoche, Fußballcamp … Und schon wieder Schulbeginn, Rorate, Hausfest, Adventkonzert, Schikurs, Schullandwoche, Sommerferien … Die Zeit verfliegt, dreht sich immer schneller.

Immer ist es eine Freude.

Jedes Jahr komme ich zum Tag der offenen Tür: Ich möchte meine Kinder und ihre Schule sehen. Jedes Jahr lerne ich auch noch was Neues kennen, sogar nach so vielen Jahren: Wie fasziniert war ich von einer ganz persönlichen Kirchenführung von Pfarrer Mag. Herbert Kraus: Was der alles zu erzählen wusste! Bei der Firmung erinnere ich mich daran, als ich wieder einmal in der eindrucksvollen Kirche sitze.

Dürschmied Brüder

Heuer ist mein Sohn in der 8. Klasse. Am Samstag, den 18. 1. 2020 haben wir den Maturaball im Palais Auersperg besucht. Maximilian steht als einer der Größten am Ende des Eröffnungskomitees. Ich sehe ihn tanzen und lächeln. Aus ihm ist ein selbstbewusster Erwachsener geworden. Ich bin stolz, so stolz, einfach nur stolz! Wir haben alles richtig gemacht. Etwas wehmütig gehen zwölf Jahre Kollegium Kalksburg für uns zu Ende: eine schöne und lange Zeit – und doch so schnell vorüber.

Zur Autorin

Dürschmied Familie
Claudia Dürschmied

im Kreise ihrer Familie am 76. Altkalksburger Ball

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