Ich wurde gebeten, einen Blogbeitrag zu meinem Abschied zu schreiben, der für mich bereits Mitte März stattgefunden hat. Mitte März hatte ich meine letzte Unterrichtsstunde und wusste es nicht. Ich rechnete lediglich mit einer Unterbrechung von ein paar Wochen, aber für Krankenkasse und Ärzte war ich, lapidar formuliert, plötzlich Teil der Risikogruppe und hatte mich per Verordnung schleunigst vom Schulbetrieb fernzuhalten.

Also Ende! Aus! Vorbei!

Ich hätte noch jede Menge vorgehabt bis zum Schulschluss, doch das war auf einmal wie wegradiert…

Spielerische Kreativität

Vor 40 Jahren habe ich hier am Kollegium Kalksburg meine ersten Unterrichtsstunden gehalten und, abgesehen von meiner Studienzeit, war ich ausgestattet mit einem scheinbar nie enden wollenden Spieltrieb (wahrscheinlich genetisch bedingt), der sich bis zum heutigen Tag erhalten hat. So bin ich seither „Legionen“ von Schülerinnen und Schülern begegnet, die oftmals, wie später dann auch deren Kinder, im „Gramm´schen“ Chaos ihre BE- und WE-Stunden verbrachten. Wo soll ein Gramm wie ich, dem Sägen, Schleifen, Kritzeln, Schmieren, Klecksen, Leimen, Schrauben… geradezu verfallen, beruflich unterkommen, wenn nicht bei jener Altersgruppe, die das ohnehin schon seit jeher macht?!
Dazu kommt noch, dass ich im Kaffeehaus aufgewachsen bin. Schon von klein auf war ich umgeben von dieser anziehenden Mischung aus Karikatur, Heiterkeit und Witz. Ein Umstand, der meinen Unterrichtsfächern einen gewissen unbürokratischen Akzent verpasste.


Und zu guter Letzt stellt sich nun die Frage: Ist es nun ein schwerer Abschied?
Es trösten mich die vielen, schönen Erinnerungen!
…und unter uns gesagt: Das Unterrichten war immer nur ein Teil von mir.

Zum Autor

Mag. Hans Gramm

Ehemaliger Professor für Bildnerische Erziehung, Technisches Werken und noch so viel mehr

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